Schwäbische Zeitung
26. August 2025

Englisches Picknick im Schwarzwald-Garten
Von Hildegard Nagler
Wenn ein IT-Spezialist und ein Hotelmanager ihre Gärtnerleidenschaft ausleben, entsteht: The Moosbach Garden, auf 600 Meter Höhe im Herzen des mittleren Schwarzwalds gelegen. Wer will, kann beispielsweise einen Picknickkorb vorbestellen – und die Leckereien inmitten des Gartens genießen.
NORDRACH – Rosenduft bis in den letzten Winkel. Oder majestätische Pfingstrosen – je nach Jahreszeit laden Frühjahrsblüher oder beispielsweise typisch englische Staudenbeete zum Bewundern ein. 42 verschiedene Sorten edlen englischen Rittersporns strecken ihre blühenden Rispen gen Himmel. Natürlich gibt es auch Bäume, beispielsweise 40 Magnolien.
Sie fühlen sich im Schwarzwald pudelwohl, und das ohne Einschränkung: die Gartenbesitzer Thomas Huber und Andrew Froud mitsamt ihren geschätzt 10.000 Pflanzen. Eigentlich hatte das Paar, das in England wohnte, 2014 beim Urlaub in Deutschland ein Hotel zum Kaufen gesucht. Übers Internet stieß es auf den Moosbach Garden – ein großes Grundstück mit einem alten Schwarzwaldhaus – allerdings ohne angelegten Garten. „Ich erinnere mich noch, wie wir auf dem Parkplatz standen und dachten: Das ist ein Traum“, erzählt Andrew Froud. „Für uns war es Liebe auf den ersten Blick“, ergänzt Thomas Huber.
Zwei Container – einen mit Hausrat und persönlichen Sachen, einen zweiten mit Pflanzen – ließen sie in ihr neues Reich im Schwarzwald transportieren. Eine Zeitlang betrieben sie ein Ausflugslokal. 2018 entstand dann eine Pension mit einer Kombination aus englischem und Schwarzwald-Garten. Ganz ohne Gartenbaufirma legten sie los, gruben um, legten Beete an, pflanzten, was das Zeug hielt. Viel entstand während der Corona-Lockdowns.
Mit ihrem Garten, der bei schönem Wetter einen malerischen Blick ins Moosbachtal freigibt, hat sich ihr Pflanzenwissen entwickelt. Viel wurde ausprobiert, manchmal auch Lehrgeld bezahlt. Entstanden ist eine grüne Oase mit Bereichen zum Erholen und Entspannen. Auch eine Pflanzenkinderstube gehört dazu – viele Pflanzen ziehen sie selbst. In einem riesigen Insektenhotel aus Dachziegeln wohnen verschiedene Insekten. Chemie kommt nicht zum Einsatz – so natürlich wie möglich gärtnern ist ihr Herzensanliegen.
Wer mehr über den Moosbach Garden wissen will, kann eine Führung buchen. Vom Frühjahr bis zum 1. Oktober kann man einen Picknickkorb bestellen und die Leckereien aus der Moosbach-Küche genießen. Zubereitet werden sie von Thomas Huber, der auch Koch gelernt hat. Mit Cocktail, Wraps (z. B. mit Hummus und gegrillten Hähnchenstreifen), Sommersandwiches mit Vollkornbrot, Tomate, Mozzarella, Rucola und Basilikum, frischem Obst im Glas, Beerenmuffins und Schokoladenbrownies – oder auch in vegetarischer Variante – verwöhnt er seine Gäste. Picknickdecke, Servietten und Besteck sind inklusive.
Der Garten bekommt immer wieder ein neues Gesicht. „Einen grünen Daumen muss man nicht haben“, sagt Thomas Huber. „Mit Interesse kann man sich ihn verdienen.“ Ab und an fahren sie in Spezialgärtnereien. „Die Größe unseres Autos bestimmt jedes Mal das Kauflimit“, erzählt Andrew Froud schmunzelnd. Für jede Pflanze haben sie bisher in dem 1,5 Hektar großen Garten einen Platz gefunden – und werden es wohl auch künftig tun.
Besonders dankbar seien die Pflanzen, die sie vor dem Kompost gerettet haben. Andrew Froud streichelt zärtlich Rispenhortensien, die er für einen Euro im Baumarkt gekauft und aufgepäppelt hat. Jetzt blühen sie mit unzähligen cremefarbenen Blüten. „Alle Pflanzen sollen sich in unserem Garten wohlfühlen. Deshalb gehen wir auch sehr oft zu ihnen und fragen sie, ob sie alles haben, was sie brauchen, und ob es ihnen auch gut geht.“ Thomas ergänzt: „Wir sind schlichtweg süchtig nach Pflanzen – und nach Garten.“
Weitere Informationen: Übernachtung inklusive Frühstück und 4-Gänge-Überraschungsmenü unter www.moosbach.garden/picknick-im-garten Hinweis:
Der Moosbach Garden ist ein Hang- und Naturgarten und nicht barrierefrei. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Hunde sind nicht erlaubt.
